Hühner

Mein Großvater hatte sein Leben lang Hühner – Puttchen, wie er sie bis heute noch nennt. Inzwischen ist Opa 94 Jahre alt. Sein größter Wunsch war es, uns und unserem Hof Hühner zu schenken. Somit fuhren wir im April 2018 zum Geflügelhof Grawe um 10 Hühner-Damen zu holen.

In luftigen Transportboxen fuhren wir zwei Sperber (geschecktes Federmuster), zwei Sussex (weißes Gefieder), vier Lohmann Brown (braunes Gefieder) und vier „schwarz Gefiederte“ (leider haben wir den Namen Rasse vergessen).

Die neue Unterkunft der Damen sollte der alte Hühnerstall sein. Wir wollen kurz aufzählen, was man bei der Hühnerhaltung beachten sollte: Wie alle Tiere brauchen auch Hühner ein Dach über dem Kopf und vertragen keine Zugluft.

Licht
Hühner richten ihren Tagesablauf stark am Licht aus, deshalb sind die zwei großen Fenster im Stall ideal.

Nester zum Eier legen
Die Nester können ein paar Zentimeter über dem Boden nebeneinander in Reihe oder auch übereinander angeordnet sein. Bei letzterem hilft ein kleines Brett vor der oberen Etage als Anflughilfe, bevor sie sich ins Netz setzen. Das Nest sollte mit Stroh ausgelegt sein. Unsere 4 Nester hat Opa aus einem alten Schrank und ein paar Brettern zusammengebaut. Sie reichen bei 10 Hühner völlig aus.

Frisches Wasser
Hühner sind sehr reinliche, saubere Tiere und daher auch sehr penibel was Wasser betrifft. Dieses sollte täglich frisch sein. Am besten empfiehlt sich so eine Hühnertränke, so bleibt das Wasser immer sauber. Im Winter muss man darauf achten, dass das Wasser nicht gefroren ist.

Die Weg nach draußen
Unsere Hühner leben im Freien und verlassen ihren Stall durch diese Klappe. Sobald es hell ist, lassen wir die Horde raus. Mit Einbruch der Dunkelheit gehen die Hühner selbstständig rein und platzieren sich nebeneinander auf der Sitzstange. Das erleichtert das Durchzählen vor dem Schließen der Klappe sehr.
Übrigens: „Mit den Hühner aufstehen und mit ihnen ins Bett gehen“ heißt im Sommer tatsächlich 6 Uhr morgens: Luke auf! Wem das auf Dauer zu früh ist: es gibt auch automatische Luken mit Schaltuhr.

Unsere Hühner leben unter freiem Himmel mit viel Auslauf. Sie können den ganzen Tag vor sich hin scharren.

Sitzstange
Hühner lebten ursprünglich auf Bäumen. Entsprechend schlafen sie auch erhöht auf Sitzstangen. Die Sitzstangen sollten hüfthoch sein, gut befestigt, stabil und auf zwei unterschiedlichen Höhen. Hühner haben eine Hackordnung bzw. Rangordnung – einige Mitglieder der Gruppe sitzen oben und andere unten.
Noch ein Hinweis zu den Stangen: diese sollten weder rund noch eckig mit scharfen Kanten sein. Ideal sind schmale Leisten (25-35mm) bei denen die Kanten abgehobelt sind.

Futter
Wir füttern unsere Hühner mit einer fertigen Körnermischung zwei mal am Tag. Im Winter bekommen sie Grünkohl. Ansonsten lieben sie auch aufgeweichte Brotreste (gut auswringen, nicht nass in den Trog geben), gekochte Kartoffel- oder Mittagsreste, Salat, Gras von der Wiese. Man sollte darauf achten, dass der Trog vor der nächsten Fütterung immer leer ist. Und wie bei allen Tieren findet man schnell heraus, was sie mögen und was nicht.

Futtertrog
Der Trog sollte lang sein und von beiden Seiten zugänglich. Außerdem empfiehlt es sich eine Stange darüber anzubringen, damit die Damen nicht im Trog und im Futter stehen. Unseren Trog hat auch Opa selber aus ein paar Brettern gebaut.

Sauber machen
Wie schon erwähnt: Hühner sind recht saubere Tiere. Der Kot fällt unter der Sitzstange an, der Rest des Stalls bleibt größtenteils sauber. Unter den Sitzstangen haben wir ein Blech gelegt. Das erleichtert das Ausmisten alle zwei bis drei Wochen.

… und damit auch alles seine Ordnung hat: die Damen stehen unter dem persönlichen Schutz der „Chefs“.